Ein Ort, der Geschichte lebendig hält
Der 1715 errichtete Brunnen erinnert an Johann Wilhelm Friso, Fürst von Nassau-Diez, Prinz von Oranien und „Held von Malplaquet“.
Johann Wilhelm Friso (1687–1711) war der einzige Sohn der Prinzessin Henriette Amalie von Nassau-Diez, der das Erwachsenenalter erreichte. Nach dem frühen Tod seines Vaters übernahm er unter der Vormundschaft seiner Mutter die Nachfolge in der Regierung des Fürstentums Nassau-Diez. Zugleich wurde er zum Statthalter und Generalkapitän von Drenthe, Friesland und Groningen ernannt.
Nach einer intensiven militärischen Ausbildung nahm er an mehreren Feldzügen teil und wurde mit Erreichen der Volljährigkeit General der Infanterie. Seine Mutter zog sich daraufhin aus den Regierungsgeschäften zurück, behielt jedoch die Verwaltung des Fürstentums Diez, das ihr als Witwensitz zugewiesen worden war.
Im Jahr 1709 heiratete Johann Wilhelm Friso Marie Louise von Hessen-Kassel. Die Geburt seines einzigen Sohnes erlebte er nicht mehr: Im Alter von nur 23 Jahren ertrank er 1711 bei dem Versuch, die Maas zu überqueren. Sein Sohn Wilhelm IV. sicherte den Fortbestand der Dynastie. Zu seinen Nachfahren gehört der heutige niederländische König Willem-Alexander, der unter anderem den Titel eines Grafen von Diez trägt.
Die fünf Schwestern Johann Wilhelm Frisos fanden ihre letzte Ruhestätte in der Diezer Stiftskirche.