Ein Ort, an dem Geschichte lebendig wird
Direkt am Fuße des Grafenschlosses lädt die Evangelische Stiftskirche Diez dazu ein, in die Geschichte vergangener Jahrhunderte einzutauchen. Die im Jahr 1289 von Graf Gerhard IV. und seiner Frau Elisabeth gegründete Kirche beeindruckt mit ihrer schlichten Schönheit, ihren frühgotischen Formen und einer besonderen Atmosphäre der Ruhe.
Seit mehr als 700 Jahren bewahrt die Stiftskirche die Spuren der Menschen, die hier gelebt, geglaubt und ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Zahlreiche historische Grabplatten erzählen von bedeutenden Persönlichkeiten und machen die Entwicklung der Bestattungskultur über die Jahrhunderte erlebbar.
Ein besonderer Höhepunkt ist der prachtvolle Sarkophag der Fürstin Henriette Amalie von Nassau-Diez aus schwarzem Lahnmarmor mit kunstvollem Alabasterdekor. Die einstige Besitzerin von Schloss Oranienstein lebte dort viele Jahrzehnte mit ihren unverheirateten Töchtern, die in der Fürstengruft der Stiftskirche ihre letzte Ruhestätte fanden. Die Gruft und der Sarkophag zeugen eindrucksvoll von der Verbindung zwischen Diez und dem Haus Nassau-Oranien. Heute können sie durch eine Glasplatte im Kirchenboden betrachtet werden.
Auch die Architektur erzählt Geschichte: Romanische und frühgotische Elemente verbinden sich zu einem einzigartigen Bauwerk, dessen schlichter Innenraum den Blick auf die historischen Schätze lenkt.
Die Stiftskirche ist ein Ort, an dem Vergangenheit spürbar bleibt – ein stiller Zeuge der Stadtgeschichte und ein besonderer Ort der Erinnerung.